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Regio San Gottardo

geschichte

Der Alpenübergang, der die Kantone Tessin und Uri miteinander verbindet, liegt auf 2108 m ü. M. an der Wasserscheide zwischen der Reuss und dem Ticino. In den ältesten Dokumenten erscheint er unter den Bezeichnungen Monte Tremulo (1230), Mons Ursarie, Mons Elvelinus, und erst 1237 als Monte Sacti Gutardi, benannt nach dem heiligen Benediktinermönch und Bischof von Hildesheim (960-1038).

Der Kreuzungspunkt der Alpenfurchen der Reuss und der Leventina auf der Nord-Süd-Achse und der Täler des Rheins und der Rhone (Ost-West-Achse) wurde lange als höchste Erhebung der Alpen gesehen (bis 1716 Johann Jakob Scheuchzer den Fehler berichtigte). Vor allem in der Schweiz, und besonders im 20. Jahrhundert, wurde der Gotthard als wichtigster Alpenpass überhaupt wahrgenommen.

Für die Schweiz hatte der Gotthard (und hat teilweise noch immer) eine grosse Bedeutung, besonders im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte und der Entwicklung der Eidgenossenschaft, die fest im kollektiven Gedächtnis verankert ist. Als Ort, an dem verschiedene Kultur- und Sprachräume der Schweiz aufeinander stossen, konzentrieren sich im Gotthard zahlreiche Symbole, die sich im Lauf der Jahrhunderte, namentlich im 19. Jh und 20. Jh, zu einem Mythos verdichteten: Kreuzung des Schicksals, Bezugspunkt für den nationalen Zusammenhalt, Durchgangsstrasse für die Völker Europas („via delle genti“), Symbol für die Unabhängigkeit, Einheit und Identität der Schweiz, Dach und Herz Europas, unbezwingbare Festung.

(Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz HLS)