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verbindungswege
Unter, über und um den Gotthard herum passieren wichtige Verbindungswege.
Seit dem 12. Jh ist der Gotthardpass die schnellste Verbindung zwischen der Po-Ebene und den deutschen Städten. Nach dem Bau der berühmten „Teufelsbrücke“ über die Schöllenenschlucht konnte der Verkehr intensiviert werden, und dem Pass kam erstmals eine entscheidende Bedeutung nicht nur für die einheimische, sondern auch für die ganze europäische Bevölkerung zu.
Im 13. Jh wurde die Passstrasse in die Annales Stradenses aufgenommen, ein Führer für Wallfahrer, die von Nordeuropa nach Rom oder ins Heilige Land pilgern wollten. In dieser Zeit wurden auf dem Pass die dem Heiligen Gotthard gewidmete Kapelle und das Hospiz zur Verpflegung der Durchreisenden, das zurzeit restauriert wird, gebaut.
In den darauffolgenden Jahrhunderten kam es ständig zu Konflikten zwischen der einheimischen Bevölkerung und den umliegenden Machthabern, die sich die Oberherrschaft über den Pass sichern wollten, denn trotz ständiger und mühseliger Unterhaltsarbeiten zur Sicherung der Passierbarkeit auch im Winter war der Pass eine einträgliche Einnahmequelle. Die Geschichte des Passes verquickt sich hier mit der Gründung der Eidgenossenschaft, denn in diesem Kontext wird 1291 der Bund zwischen Uri, Schwyz und Unterwalden geschlossen.
Ungeachtet der stürmischen historischen Ereignisse blieben die Transitwege Saumpfade, der Warenverkehr war mühselig und gefährlich, und erst im 19.Jh/Anfang 20. Jh, namentlich mit dem Bau der Tremola, wurde der Übergang befahrbar. Die Chronik der ersten dokumentierten Passüberquerung mit einer Kutsche (durch den englischen Geologen Greville anno 1775) erzählt, dass er und sein Gefolge an den heikelsten Stellen die Kutsche zerlegen und auf dem Rücken von Saumtieren weitertransportieren mussten.
Der Gotthardpass ist auch unter dem Namen „via delle genti“ (Strasse der Völker) bekannt, ein Weg für Pilger, Wanderer, einsame Mönche, Künstler und Abenteurer, die ihn im Laufe der Jahrhunderte ununterbrochen genutzt und uns in ihren Schriften und Kunstwerken Zeugnis davon hinterlassen haben.
Im Jahr 1882 wurde der Gotthard-Eisenbahntunnel eröffnet, der Airolo (TI) mit Göschenen (UR) verbindet. Für die damalige Zeit war dieser Tunnel eine Pionierleistung. Zu den technischen Meisterwerken gehören unter anderem die Kehrtunnel, die in der Region Wassen am beispielhaftesten erlebt werden können.
Die Bauaufträge wurden an den Genfer Ingenieur Louis Favre vergeben. Die Arbeiten dauerten zehn Jahre und forderten 177 Menschenleben. Die damaligen Lebensbedingungen der Arbeiter waren miserabel, die Arbeitsbedingungen schwierig, und es kam zu vielen Unfällen, was im Laufe der Jahre zu Konflikten und Revolten führte. Der 15 km lange Tunnel wurde am 23. Mai 1882 eingeweiht.
Heute wird erneut über die Eisenbahnlinie diskutiert, da ihr Schicksal nach der anstehenden Eröffnung des AlpTransit-Basistunnels ungewiss ist. Momentan sieht es so aus, dass dieses Trassee vornehmlich für den Tourismus genutzt werden soll: Die Linie ist in der Tat spektakulär. Auf der Urner Seite besteht das Panorama aus tiefen Schluchten und abschüssigen Steilhängen, aus sorgfältig gehegten Weiden und weit in den Himmel ragenden Berggipfeln. Am Ende des Tunnels liegt Airolo, auf der Alpensüdseite, wo im Gegensatz zum Norden mehr Licht und Raum herrschen, und je weiter man gegen Süden vordringt, desto mehr geben die ganze Atmosphäre, das Licht und die Vegetation bereits einen Vorgeschmack auf das liebliche Klima des Mittelmeers.
1980 wurde der (einröhrige) Gotthard-Autobahntunnel eröffnet, den zurzeit jährlich rund sechs Millionen Fahrzeuge durchqueren (Zahl von 2006).
Auch dieser Tunnel ist umstritten. Wegen des starken Verkehrsaufkommens der letzten Jahre sind viele der Meinung, der Tunnel sollte erweitert werden, um ihn den heutigen Bedürfnissen anzupassen. Andere hingegen vertreten die Ansicht, ein Ausbau sei nicht nur teuer, sondern würde zu einem weiteren Zuwachs des Transitverkehrs führen.
Unter der Oberfläche des Gotthardmassivs wird zurzeit ein 57 km langer Eisenbahntunnel gebaut: dieses Projekt ist von internationaler Tragweite und ein unschätzbarer Beitrag zur Mobilität auf dem ganzen Kontinent. Seine Inbetriebnahme wird der ganzen Region deutliche wirtschaftliche Vorteile einbringen.
Mehr Details zu diesem Grussprojekt erfahren Sie auf der Webseite www.alptransit.ch.
In Anbetracht all dieser mannigfachen Aspekte wird einmal mehr deutlich, dass sich die Gotthardregion erneut vor Aufgaben und Verantwortungen gestellt sieht, die sich weit über ihre Grenzen hinaus auswirken werden.
Über den Gotthard passieren auch wichtige transnationale Stromleitungen.
Unter den Gotthard hindurch führen hingegen wichtige Achsen für die Datenübertragung mit leistungsfähigen Glasfaserkabeln, welche die Schweizer mit den europäischen Knoten verbinden.