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Regio San Gottardo

Progetto San Gottardo

29/08/2008

San Gottardo: das Herz der Alpen im Zentrum Europas

Das Projekt – ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft
„Progetto San Gottardo“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kantone Uri, Tessin, Wallis und Graubünden. Die vier Kantone wollen gemeinsam das Gebiet um den Gotthard zu einem zusammenhängenden Lebens- und Wirtschaftsraum entwickeln. In einem Kreis von Flüelen bis Bellinzona und von Brig bis Flims soll ein Raum entstehen, der seiner Bevölkerung, seiner Wirtschaft und seinen Gästen eine attraktive Zukunft bietet. Damit ist „Regio San Gottardo“ das derzeit grösste und ehrgeizigste Projekt seiner Art in der Schweiz. Deshalb unterstützt auch der Bund dieses Programm im Rahmen seiner Neuen Regionalpolitik. Die vier Kantone haben eine Zukunftsstrategie erarbeitet, um das Gotthard-Gebiet zu entwickeln und zu gestalten. Sie nehmen gemeinsam über geografische, politische, sprachliche und kulturelle Barrieren hinweg die Verantwortung für diesen neu entstehenden Raum wahr. Das macht  „Regio San Gottardo“ zu einem Pionierprojekt, das auch als Modell für die Entwicklung anderer Regionen dienen kann.

Die Entstehung – ein zündender Funke
Der Ausgangspunkt für das Projekt ist, dass die Gotthard-Kantone ihre gemeinsamen Interessen entdeckten. Die vier Gebiete – das Urserental und Uri, die Leventina, das Riviera- und das Bleniotal im Tessin, die Surselva in Graubünden und das Goms im Wallis – sind alle strukturschwache, alpine Zonen, die seit längerem unter Beschäftigungsrückgang und Abwanderung leiden. Sie sind alle in ihren Kantonen Randgebiete mit je für sich bescheidenen Perspektiven. Die vier Talschaften sind zwar durch Pässe verbunden und berühren sich am Gotthard. Aber sie sind zugleich voneinander abgesondert und alle talauswärts orientiert. Kooperationen über die Pässe und die Kantonsgrenzen hinaus gab es kaum.
Der neue Basistunnel am Gotthard wird in wenigen Jahren für das Gebiet neue Verhältnisse schaffen. Grosse Teile von Uri und des nördlichen Tessins werden künftig von den Fernzügen unterquert. Die bisherige Bergstrecke der Gotthardbahn wird weniger gut bedient, die Anbindung an die grossen Zentren und die Touristenströme wird schwieriger. Die Gebiete am Gotthard müssen sich deshalb mit Blick auf die Eröffnung des Basistunnels auf eine neue Verkehrssituation einstellen und neue Ideen entwickeln, um nicht zur alpinen Einöde zu werden.
Es brauchte einen zündenden Funken, damit dieser Prozess in Gang kam. Dieser Funke war die „Porta Alpina“. Der 800 Meter tiefe Zugangsschacht in Sedrun zum Bau des Basistunnels inspirierte die Menschen in der Surselva. Sie nahmen eine futuristische Vision aus dem Jahr 1947 wieder auf: eine unterirdische Bahnstation mitten im Basistunnel, die Sedrun an die internationale Bahnlinie anschliessen würde. Die „Porta Alpina“ auf dem Kreuzpunkt von Transitachse und Glacier Express sollte zu einem Touristenmagneten erster Güte werden und Wachstumsimpulse bringen. Die Vision wurde im Kanton Graubünden zum konkreten Projekt. Politiker trugen sie nach Bern. Der Bundesrat nahm die „Porta Alpina“ wohlwollend auf und sprach einen Kredit für Vorinvestitionen. Er machte seine Zustimmung zum ganzen 50 Millionen Franken teuren Bauvorhaben 2005 aber davon abhängig, dass die regionalen Entwicklungschancen im weiteren Gotthard-Raum nachgewiesen werden.

Die Entscheidung – Schulter an Schulter statt Rücken an Rücken

Die Aufforderung des Bundes, in grösseren geografischen und zeitlichen Dimensionen zu denken, war der Auslöser für die Kooperation der vier Kantone. Im Juli 2006 kamen sie zur ersten „Zukunftskonferenz“ auf dem Gotthardpass zusammen und unterzeichneten kurz darauf ein „Memorandum of Understanding“ zur Gründung des „Projekts Raum- und Regionalentwicklung Gotthard“ (PREGO). Die Kantone riefen eine gemeinsame Projektorganisation ins Leben, es folgten weitere Konferenzen und Studien. Und Ende 2006 lag das Raumkonzept Gotthard vor. Dabei nahmen die vier Kantone erstmals das Gotthard-Gebiet als Ganzes in den Blick, wiesen sein Potenzial aus und legten Strategien und Projekte für die Entwicklung des gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraums dar.
Im Frühling 2007 ging der Bundesrat jedoch zur „Porta Alpina“ auf Distanz, so dass der Traum von der Tunnelstation platzte. Damit brach zwar ein weit herum sichtbarer „Leuchtturm“ des Entwicklungsprojekts PREGO weg. Aber die vier Kantone hatten inzwischen erkannt, dass die Zukunft des Gebiets in der kantonsübergreifenden Zusammenarbeit liegt. Uri, Tessin, Wallis und Graubünden stehen nun am Gotthard nicht mehr Rücken an Rücken, sondern Schulter an Schulter. Im Juli 2007 wurde, jetzt unter dem neuen Namen „San Gottardo“, das Umsetzungsprogramm für die Jahre 2008 bis 2011 beim Bund eingereicht. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) sieht „San Gottardo“ inzwischen als „Paradefall der Neuen Regionalpolitik“ und ermöglichte mit seinem Beitrag den Start der konkreten Realisierung. Seit März 2008 hat „San Gottardo“ auch ein Gesicht. Als Projektleiter und „Mister Gotthard“ setzten die Kantone Jean-Daniel Mudry ein.


Die Vision – eine blühende Oase im Alpenraum
„San Gottardo“ ist kein Programm, das abstrakt am Reisbrett eines Theoretikers entstand und über das Gebiet gestülpt wird. Es ist ein Projekt aus der Region für die Region, das auf Eigeninitiative und Kooperation setzt. So sollen die Potenziale des Gebiets entdeckt, entwickelt und in Wert gesetzt werden. Der Gotthard ist ein Natur- und Kulturraum erster Güte, mit einer Vielfalt, die in dieser Verdichtung nirgendwo sonst zu finden ist. Er ist die Wasser- und Klimascheide des Kontinents, er ist Schwelle und Begegnungszone verschiedener Kulturen, er ist ein Raum der Geschichte und der Mythen. Das macht den Gotthard-Raum zu einem einzigartigen, signifikanten Ort auf der Karte Europas. Zudem bietet er eine Vielfalt intakter Naturschönheiten, wuchtige, ursprüngliche, einmalige Landschaften und gleichzeitig Kulturlandschaften, Verkehrswege, Passstrassen und Bauwerke sowie eine reiche Palette von touristischen Möglichkeiten.
Die einzelnen Talschaften können jede für sich nur einen Teil der Vielfalt bieten und schöpfen nicht aus, was für das Gebiet insgesamt möglich wäre. Und  jede für sich allein erzielt auch nicht die Aufmerksamkeit, die im Verbund erreichbar wäre. „San Gottardo“ will das Potenzial des ganzen Gebiets vergegenwärtigen, die vielfältigen Initiativen bündeln und über die bisherigen Kantonsgrenzen hinaus erschliessen. Es gilt, den lokalen Anbietern und den Gästen zu zeigen: Der Gotthard-Raum als Ganzes ist mehr als die Summe seiner Teile. Im Zentrum steht deshalb der schrittweise Aufbau übergreifender, touristischer Strukturen und vernetzter Angebote. So sollen Beschäftigung und Wertschöpfung in der Region wachsen und den Gotthard-Raum zur blühenden Oase im Alpenraum machen. Das Fernziel des Projekts ist, den Gotthard-Raum unter der international zugkräftigen Dachmarke „Gotthard“ und mit einer eigenen Vermarktungsorganisation zu einem unverkennbaren Anziehungspunkt zu entwickeln, zu einer einzigartigen Schweizer Destination.